Entwicklung technischer Verfahren zur Vermeidung der biogenen Schadstoffbelastung in Kirchenorgeln

Beschreibung

Zielstellung ist die Entwicklung technischer Verfahren zur Senkung des Schimmelpilzrisikos und der biogenen Schadstoffbelastung an Kunst- und Kulturgütern am Beispiel von Kirchenorgeln, was ein seit Jahren zunehmendes Problem in Europa darstellt und mit hohen Werteverlusten und einer gesundheitlichen Gefährdung verbunden ist. Im Fokus stehen die Vorbehandlung der einströmenden Luft zur Senkung des Schadstoffeintrages sowie die Optimierung der Luftströmungen im Instrument. Ausgehend von der Ursachensystematisierung werden ausgewählte Verfahren mittels theoretischer Betrachtungen, rechnergestützter Simulation der Strömungsverhältnisse an einem zu erstellenden pneumatischen Modell sowie anhand labor- und kleintechnischer Untersuchungen beurteilt. Am Schluss stehen die praktische Erprobung an Referenzobjekten und die Erstellung eines objektspezifischen Maßnahmenkatalogs. Es wird Basiswissen zur Wirkungsweise von Luftbehandlungsmaßnahmen und numerischen Simulationsmöglichkeiten in der Strömungstechnik sowie zu schimmelpilzvorbeugende Maßnahmen generiert, welches die Entwicklung neuer Verfahren und Dienstleistungen zur Verbesserung der Innenraumhygiene und Raumluftqualität in unterschiedlichen Branchen (Kunst u. Kulturgut, Lüftungs- und Klimatechnik im Baugewerbe und der Nahrungsmittelproduktion) ermöglicht. Erkenntnisse können auf andere schimmelpilzgefährdete Objekte aus dem Bereich Kunst- und Kulturgut (Kirchen, Museen, Archive), öffentliche Bereiche sowie Gebäude allgemein übertragen werden.

KMU aus den Bereichen Orgelbau, Orgelbauteile, Lüftungs- und Klimatechnik, Schimmelpilzsanierung und Restaurierung erhöhen durch gezielte Präventionsmaßnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit und sparen Kosten. Für KMU werden Lösungsansätze zur kurzfristigen Entwicklung geeigneter Produkte bzw. Geräte (geeignete Filtermodule, Ionisatoren, Elektrofilter, Oberflächenbehandlungsmittel, kleinteilige Lüftungsanlagen) gegeben.

Die Bearbeitung erfolgt durch das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD), das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt (IDK) und das Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung (IGTE).